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Manierismus
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Der Manierismus ist die Übergangsepoche zwischen Renaissance und Barock. Basierend auf politischen, gesellschaftlichen und religiösen Umbrüchen, gilt diese Epoche als Zeit der Verwirrung und Suche nach Erlösung. Kopernikus entwickelt sein neues Weltbild, die Reformation bringt religiöse Verwirrung und blutige Auseinandersetzungen mit sich und die Philosophie entwirft die Theorie der Unendlichkeit des Raumes. Um 1520 sind deshalb auch Änderungen in der Kunst zu verzeichnen. Hatte die Renaissance noch die Neuentdeckung der natürlichen Körperlichkeit und der perspektivischen Ordnung des Raumes perfektioniert, versuchen die Künstler nun die großen Errungenschaften zu überbieten, indem sie ihre Figuren in komplizierten Drehungen und großer plastischer Körperlichkeit darstellen. Michelangelos Spätwerk zeugt von dieser Suche nach Vergeistigung und Erlösung: er zeigt in seinem Jüngsten Gericht in der Sixtinischen Kapelle eine Vielzahl von Figuren vor einem irrealen Hintergrund. Hier, wie auch in der Monumentalität seiner Deckenfiguren, die in viel zu kleinen Umräumen dargestellt sind, zeigt sich die Vorliebe für Gegensätze, wofür der Manierismus bekannt ist und bis ins 20. Jahrhundert missachtet wird. Ausgehend von den italienischen Künstlern Pontormo und Fiorentino, von denen letzterer 1530 nach Frankreich geht und die Schule von Fontainebleau gründet, übernehmen viele Künstler die manieristischen Neuerungen: so zeigt sich in der Malerei eine Vorliebe für unruhige Kompositionen, verformte Proportionen, heftig gedrehte Figuren, fleckig bis knallige Farbigkeit, endlos scheinende Räume bis hin zu gar keiner Perspektive. Eine Gegenbewegung zu der übersteigerten, aber dabei noch sinnliche erscheinenden Figurendarstellung der Schule von Fontainebleau ist in dem spanischen Künstler El Greco auszumachen: seine oftmals überlängten Figuren zeugen von einer psychologischen Vergeistigung. Diese Entwicklung ist auch im manieristischen Portrait auszumachen: die Dargestellten wirken auf der einen Seite eingesperrt und beengt, dagegen aber auch durchdrungen von Innerlichkeit. Neben El Greco gilt auch der Prager Hof von Rudolf II. als Hochburg des Manierismus: Es versammeln sich dort Künstler wie Spranger, Hans von Aachen und J. Heintz. Bis 1600 bietet diese Epoche des Umbruchs alle experimentellen Möglichkeiten, bis sie kurz darauf in den Barock übergeht, der wiederum auf ihren Errungenschaften aufbaut.
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Manierismus |
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